Reisebericht Reiturlaub Reiterferien Land Kamerun

Lehrreicher Wellness - Reiturlaub zu Pferd und Sitz – Simulator, oder die Sache mit dem Kick.
Reiten und Wellness Elbaue/Heide

Reisebericht: 28 Dez. 2007 bis 5 Jan.08

Anfang Dezember überlegte ich wie ich nach dem Stress der letzten Monate schnell neue Energie tanken könnte. Ich wollte aber nicht nur faulenzen sonder auch etwas für mich bzw. meinem neue Hobby, der Reiterei tun. Nun ja als 36ig jähriger ist der Einstieg in die Reiterei nicht ganz so leicht wie wenn man dies als Kind anfängt aber auch für meine „Zielgruppe, Männlich, Mitte dreißig, wenig Erfahrung mit Pferden etc. musste es doch etwas geben. Also habe ich im Internet nachgeschaut und staunte nicht schlecht was man so auf dem Pferderücken erleben kann. Besonders die Homepage Reitreisen bieten sehr große Auswahl, nur alles was es für mich an interessanten „Abenteuern zu Pferde gab“ setze ein gewisses Maß an Können, dargestellt in Hufeisen, voraus. Außerdem wollte ich ja auch noch etwas runterkommen vom Alltag oder wie es in neudeutsch heißt „abchillen“.

Ich griff zum Hörer und wurde mit Frau Marion Ratert verbunden. Die verstand schnell was gut für mich ist und sagte dass ich das Programm „Reiten und Wellness Elbaue/Heide buchen sollte. Ich war etwas unglücklich über die Situation, dass dies von meinem Wohnort in München sehr weit weg ist aber sagte zu.

Ich kaufte mir zuvor noch weiter Reitsachen die ich als Anfänger dringend brauchen würde, wie Chaps, Reithose und natürlich etwas Reiter Spezial Wundgel den man kann ja nie wissen. Los ging die Fahrt über die A9. Übrigens kann man sehr gut über Magdeburg fahren da es kaum Verkehr gibt und man ist rasch dort.

Endlang endloser Wälder und Allen ging es nun zum besagten Reitparadies das mitten in einem zauberhaften Wald liegt. Die Formalitäten waren schnell erledigt und der erste Abend wurde von den Betreibern der Anlage in Form einer Feuerzangenbohle mit Filmeinlage von Heinz Rühmann gestaltet. Mir fiel auf, das alles sehr zwanglos war und auch viele Leute dort Urlaub machten die nichts mit dem Reiten gemein hatten.

Am nächsten Morgen ging es dann los in Form eines Ausrittes. Etwas Unterricht hatte ich ja war aber nicht so ganz von meiner Sache überzeugt, was ich jedoch nicht zugeben wollte. Die Frau die die Pferde einteilte hat das wohl gemerkt und so bekam ich Jschinges zugeteilt. Jschinges war ein ganz Braver mit langem Fell und so sah so aus wie einer der dem nichts aus der Ruhe bringen konnte. Also Sattel drauf und los ging es.

Wir ritten abwechselnd durch kleine Kiefernwaldparzellen und Feldern die natürlich ganz kahl dalagen. Die Sonne meinte es gut mit uns und die Pfauna lag in Ihrem Frostkleid sehr zauberhaft auf. Wir genossen die Stille und hörten nur die Hufe und das Schnauben der Pferde. Jschinges war sehr ruhig und auch im Trab sehr angenehme. Wieder angekommen ging ich dann erst einmal in die Sauna um wieder etwas warm zu werden. Neben der Sauna gibt es übrigens auch noch ein Hallenbad.

Am frühen Nachmittag traf ich dann den Reitlehrer erneut, den ich bei meiner Anmeldung schon kurz kennen gelernt hat. Holger ist bzw. war neben Reitlehrer auch noch: Polizist, Brotbäcker, Geschichtsstudierter, Pilot für Kampfflugzeuge, Fitnesstrainer und Gitatrist.

So jemanden gibt es eigentlich gar nicht aber hier eben doch. Man kann sich vorstellen dass so einer immer was zu erzählen hat. Neben mir waren auch noch zwei weitere Reiterin in der Gruppe. Anstatt in den Stall ging es erst mal in den Fitnessraum wo ein Sattel vor einer Projektorwand stand. Das ganze war ein Sitzsimulator den Holger erfunden hat. Ich saß nun auf diesem Sattel und bekam eine Laserpointer vor den Bau. Etwas eigenartig war das schon und erinnerte zunächst an Krieg der Sterne oder so. Sinn der Übung ist mittels der Bauchmuskelatur und je nach Übung einknicken der Hüfte bestimmte Punkte zu erreichten. In der so genannte klassischen Reitschule nennt man das Kreuz ran etc. was ich aber früher nie verstanden habe. Wer denkt schon bei Kreuz ran an das Anspannen der Bauchmuskeln? Nun aber war nach 15 Minuten klar was dies zu bedeuten hatte und ich kann wirklich sagen das dies Art der Ausbildung sehr effektiv ist, besonders weil man sich ja nur auf diese eine Bewegung konzentrieren muss und nicht auf das Pferd und dessen Reaktionen So verrückt sich das anhört aber ich habe sofort begriffen was nun das Berühmte Kreuzran bzw. bedeutete. Keine Angst, das Ganze hatte nicht den Scharm einer Reha Klinik den es wurde auch sehr viel gelacht, und wenn es mit dem Takt beim Leichttraben gar nicht klappen wollte, holte Holger einfach die Gitarre aus und machte im Takt es jeweiligen Trab Musik, und so kam man sehr schnell rein. Nun ging es zu den Pferden und wir wollten das umsetzen was wir nun mittels Sitzsimulator gelernt haben. Mein Pferd hieß Karin und war sehr gut ausgebildet und nahm einem wenig erfahrenen Reiter jede Angst. Auf dem Platz machten wir viele Übungen die besonders darauf abzielten richtig zu sitzen. Holger filmte uns dabei und so konnten wir später sehen was wir wann richtig oder falsch gemacht haben. Besonders schwierig war für mich das Antraben bzw. Angaloppieren, aber nachdem wir eine Übungen auf dem Simulator gemacht haben ging dies auch recht schnell. Einfach äußeres Bein nach hinten, Kreuz ran und dann einen kurzen Kick und der „Gang“ war drin. (meistens jedenfalls)

Nach dieser Reitstunde und dem morgendlichen Ausritt spürte ich dann auch einige Muskeln die ich so noch gar nicht kannte und ich verstand nun warum die Reiterei auch Reitsport genannt wird. Holger war jedoch immer sehr darauf bedacht, das wir nicht methodisch oder körperlich überfordert wurden. Wirklich ein tolles und lehrreiches Erlebnis.

Zufrieden ging ich mit meinen Mitstreiterinnen in die Reiterstube wo es ein zünftiges Essen gab. Nun war ich eigentlich rundum zufrieden, aber es gab ja da auch noch das Thema Wellness. Wellness kann vieles Bedeuten. Neben den Klassikern Kosmetik, Maniküre, Pediküre etc. gibt es auch Massagen wie z. B. die Kräuterkissen Massage. Bei dieser Massage bekam ich in Öl getauchte Kissen mit Kräutern auf meine Rücken die sehr wohl getan haben. Eine wirklich gute Massage in einer so netten Umgebung tut sehr gut und man schaltet völlig ab. Meine müden Knochen waren mit neuer Energie auftankt uns so ging ich abends dann nochmals reiten.

Natürlich gab es hier auch eine nette Silvesterparty mit Buffet und Tanz und ich habe in der Woche noch viel zum Thema reiten gelernt. Morgens erst einmal ausreiten, danach etwas massieren lassen oder schwimmen und dann der sehr gute Unterricht machte aus diesem Urlaub eine ideale Mischung aus Erholung und Reiterlebnis. Bis zu dreimal bin ich jeden Tag geritten, wobei ich mal in der Reithalle, draußen auf dem Platz oder der Natur war.

Fazit:

Dieses Kleinod in der Lüneburger Heide ist das Richtige, für alle die schnell neue Energie auftanken wollen. Dabei ist Ideal das auch Nichtreiter hier Urlaub machen können. Der Reitlehrer „Holger“ ist eine super Wahl für alle Reiter die sehr schnell in Ihrem Hobby weiter kommen wollen, bzw. eingeschlichen Fehler nicht alleine korrigieren können. Aussagen wie Irgendwann bekommen Sie automatisch schon ein Gefühl dafür, oder das kann man nicht erklären da kommt jeder Reiter schon von alleine drauf gibt es bei Holger nicht, den Holger hat einige Methoden selber entwickelt um optimale Ergebnisse zu bekommen. Besonders für technisch geprägte Männer wie ich einer bin ist Holger ein super Lehrer, nicht zu letzt weil es mit Holger aufgrund seiner oben beschrieben Vielseitigkeit nie langweilig ist.

Nicht unerwähnt bleiben sollte auch das Fußball - Camp das es vor Ort ebenfalls gibt. So kann auch eine Familie wo die Tochter reiten will und der Sohn eher Fußball mag ebenfalls hier ihre Ferien verbringen.

Gemeinsame Stunden in der Natur oder an einem Lagerfeuer runden die ganze Sache noch zusätzlich ab.

 

 

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